Inspiriert oder vielmehr ein wenig aufgeschreckt wurde ich durch den Artikel auf www.papa-online.com, zum Thema: „Kinderfotos – Papa´s größter Schatz. So schützt Du Deine Bilder“ , als ich drüber nachgedacht habe, wie ich meine Bilder gesichert habe.

Bis vor einiger Zeit hatte ich gar keine Sicherung meiner Fotos, bis mir eines Tages der Rechner so abgestürzt ist, dass ich teilweise die Hardware austauschen musste. Auf die entsprechende Festplatte kam ich aber nur noch mit einem Tool, was auf Eingabeaufforderungsebene den Zugriff ermöglicht hat. Damit konnte ich alle Bilder retten und ich beschloß von nun an regelmäßig Backups zu machen (und das obwohl da nicht mal die Bilder von Timo dabei waren, weil es vor seiner Geburt passiert ist).

Ich sicherte also von nun an meine Daten auf einer externen Festplatte in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen. Als Tool nehme ich dazu ein Werkzeug, was es gratis von Microsoft gibt: SyncToy. Das Programm sorgt dafür, dass Ordnerpaare synchron gehalten werden. Wichtig zu wissen ist dabei, dass man nicht die Standardeinstellung „Synchronize“ nimmt, sondern „Contribute“. Hintergrund ist folgender: Im Modus Synchronize werden alle Aktionen auf beiden Seiten durchgeführt (inkl. Löschen von Daten). Das heißt im schlimmsten Fall löscht man auf der Backup-Platte etwas und wirft danach das Programm an, was dann fleißig die Daten im Originalordner löscht.
Deswegen nimmt man besser „Contribute“, in diesem Modus werden alle Daten von links nach rechts kopiert, es gibt aber auf der „rechten“ Seite keine Löschvorgänge.
Dies nur mal so als kleiner Exkurs zum Thema. Andere Backupprogramme habe ich mir zwar mal angeschaut, aber die waren für meine Zwecke immer etwas überdimensioniert.

Letztendlich kam ich aber ins Zweifeln, ob eine externe Festplatte reicht, um die Kinderbilder (die teilweise ja ziemlich einzigartig sind) zu sichern. Was ist z.B., bei einem Wohnungsbrand? Oder bei einem Einbruch? Dann wären trotz der Sicherung, alle Daten weg.

Ich habe also mehrere Sachen ausprobiert. Hier mal meine persönlichen Erfahrungen:

1. Amazon Webservices
Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Cloudcomputing-Plattform. Also weltweit verteilte Computer, die zu einem Rechner zusammengefasst sind. Dort kann man als Softwareentwickler Programme schreiben und die Rechenpower für die Ausführung dazu einkaufen.
Es gibt dort auch einen Dienst der sich „Amazon Simple Storage Service (S3)“ nennt. Im Prinzip eine riesengroße Festplatte im Internet. Durch die Verteilung der Daten weltweit, ist das natürlich unheimlich ausfallsicher. Die Weboberfläche um die Daten hochzuladen, hat mir allerdings nicht besonders gefallen und war meiner Meinung nach eher auf Softwareentwickler ausgelegt. Zu der Zeit, als ich das getestet habe, gab es ein spezielles Angebot, bei dem die ersten 50 TB! (in Worten Terabyte) kostenlos sind. Danach müsste man pro GB 0,15ct bezahlen. Der Datenverkehr (also das Hoch- und Runterladen der Dateien wäre für die ersten 50 GB auch kostenlos gewesen). Mittlerweile haben sich die Preise etwas geändert.

2. Strato Hi-Drive
Strato bietet derzeit das Hi-Drive Media mit 100GB/500GB/1000GB  Speicherplatz an. Ich hatte mich für eine Testphase (Trial) des 500GB Hi-Drives angemeldet. Das Hi-Drive funktioniert ähnlich der Amazon Webservices, allerdings sind die Daten nicht weltweit verteilt, sondern in mehreren Rechenzentren in Deutschland, was der Ausfallsicherheit aber wohl keinen Abbruch tut 😉
Vorteil gegen über dem S3 von Amazon: man kann das Hi-Drive mit der Strato-Software als Netzlaufwerk in Windows einbinden und hat es dann als Laufwerk im Explorer zur Verfügung. Weiterer Vorteil: Man kann die Daten auch freigeben, dass heißt, mit der richtigen Zugangsberechtigung können auch Verwandte oder Freunde die Daten runterladen. Letztendlich habe ich den Test aber wieder abgebrochen, weil mir das Hochladen einfach zu lange gedauert hat und es im Anschluß an die Testphase zu monatlichen Kosten von 9,99€ gekommen wäre.

3. 1 und 1 – Smartdrive
Letztlich ist mir dann noch eingefallen, dass ich ja bei 1&1 in meinem DSL-Vertrag auch einen Online-Datenspeicher im Paket hatte. Da ich mich lange Zeit damit nicht befasst hatte, war ich mehr als positiv überrascht, dass es sich dabei um satte 116GB handelt. Das Prinzip ist genau dasselbe, wie beim Hi-Drive von Strato: man lädt sich einen Upload-Manager runter, der dafür sorgt, dass die Onlinefestplatte im Windows-Explorer eingebunden wird. Damit kann man dann auch SyncToy als Backup-Programm nutzen.
Der Clou ist: im DSL-Vertrag ist der Online-Speicher kostenlos enthalten. Damit war die Wahl dann einfach. 🙂

Allerdings haben diese Online-Festplatten auch so ihre Nachteile. Denn, wenn man so wie ich, erst nach einigen Monaten anfängt dort Backups hinzuspielen, haben sich auf der lokalen Festplatte schon mehrere Gigabyte an Daten gesammelt. Dann wird einem schlagartig klar, dass bei einer Upload-Geschwindigkeit von ca. 1 Mbit/s und einem Datenvolumen von knapp 30 Gigabyte, einige Tage ins Land gehen, bis die Daten im Netz sind. Mein Rechner lief etwas mehr als eine Woche im Dauereinsatz, aber die Daten sind jetzt auf jeden Fall alle gesichert. 🙂

Fazit: Wenn man früh genug anfängt, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, und dann noch ein wenig vergleicht, ist es eigentlich kein großes Problem, seine Bilder vom heißgeliebten Nachwuchs zu sichern.

Deine Meinung interessiert mich:

%d Bloggern gefällt das: