Ich weiß, viele von Euch warten schon sehnsüchtig drauf, auf den detaillierten Bericht, wie es denn nun so von statten ging. Aber die Ereignisse der letzten Tage haben ganz schön an meinen Reserven gezehrt (nein an Schlafreserven, fettmäßig ist noch alles beim alten ;-)).

Aber mal der Reihe nach.

Es begab sich zu der Zeit…

Nein anders…

Es war einmal…

Ach nein, auch der falsche Anfang.

Jetzt aber…

Letzten Samstag, nach der Feier von Timo’s Geburtstag (wir waren mit Schwiegereltern zusammen Nachmittags auf dem Kinderbauernhof), gingen wir alle nacheinander ins Bett und dachten noch so bei uns: tja, schade vom Timing her, wäre der Samstag super gewesen, weil ja Timo’s Großeltern auf ihn aufpassen hätten können.

Nun ja, ich lag gefühlt 20 Minuten im Bett (es waren wohl knapp 2 Stunden), da höre ich meine „Kugel“ durchs Zimmer laufen (es war mittlerweile Nachts halb eins). Als sie sich wieder entschlossen hat, sich hinzulegen fragte ich noch so: „Und? Alles klar?“. Und die Antwort lautete nur trocken: „Ja,  ich geh gleich in die Wanne, mal schauen ob das richtige Wehen sind“.

Gut dass wir kein Licht anhatten, mit dem runtergeklappten Kiefer hätte ich ja schön blöd ausgesehen, Gingen mir doch gerade die Gedanken durch den Kopf:“Mist, warum jetzt? Ich wollte doch noch ein bißchen schlafen“ „Na toll, jetzt wo ich es mit dem Magen habe.“ Ich hatte mir nämlich beim Abendessen vorher wohl irgendwie leicht den Magen verdorben und war deshalb schon recht geschwächt. Aber den Geburtsprozess hält man ja nicht einfach mal auf, also Augen zu und durch. Ich habe dann Wasser in die Wanne  eingelassen und überwacht, dass Tini’s Kreislauf sie nicht im Stich läßt, wären sie“ zu Wasser gelassen“ wird 🙂

Und nach ca. 30 Minuten die Gewissheit: es sind Wehen. Allerdings wohl sehr „leichte“, denn so fit und quietschvergnügt sah sie beim ersten Kind nicht aus, als ich zu Hause ankam.

Dann folgte noch das obligatorische „ich glaube die Fruchtblase ist geplatzt“, was zum Glück auch dieses Mal nicht an der Supermarktkasse passiert ist.  😉

Wir haben also Tini’s Eltern Bescheid gegeben, dass es jetzt losgeht und wir dann mal in Krankenhaus fahren. Die dortigen Untersuchungen ergaben, geplatzte Fruchtblase, aber sehr fester Muttermund. Die Hebamme, ursprünglich aus Berlin, mit demselben Nachnamen wie wir, hat dann noch gesagt: „Fahren sie mal nach Hause und versuchen noch ein bißchen zu schlafen, wenn es dann losgeht, reicht ja ein kurzer Anruf.“ Wir hatten das so verstanden, dass wir beide nach Hause sollten und vor meinem geistigen Auge liefen die wildesten Horrorszenarien ab, mit Geburt im Auto usw., denn eins war mal klar: beim letzten Mal hat das auch nicht wirklich lange gedauert nach dem Blasensprung.

Ok, ich bin dann also gegen halb vier nach Hause, habe mich mit Klamotten ins Bett gelegt, dass Handy direkt neben mir und auf voller Lautstärke. Dann hab ich am Handy erstmal den Datenempfang ausgeschaltet, denn ich wurde von einer blöden Spammail aus dem Halbschlaf gerissen (nicht zum letzten Mal an diesem Tag).

Ich bin dann wohl wirklich für ca. 20 Minuten weggeschlummert, aber nachdem ich dann aufgewacht bin, konnte ich einfach nicht mehr weiterschlafen (wer könnte das schon in so einer Situation). Um 5.48 Uhr rief dann das Krankenhaus an, mit den Worten „Ihre Frau bräuchte Sie hier mal.“ (was für ein blöder Spruch eigentlich, ein „Dat Kind kütt“ hätte es ja auch getan).

Naja, ich bin dann rekordverdächtig innerhalb von 9 Minuten ins Krankenhaus geeilt und direkt in den Kreisssaal weitergeleitet worden. Da lag meine Frau vor Schmerzen wimmernd auf der Seite. Bevor ich meine Jacke richtig ausziehen konnte, kam schon die Hebamme rein und sagte, dass es doch praktischer wäre, wenn die Hose aus wäre zur Geburt (die von meiner Frau natürlich). Nachdem wir dass geschafft hatten (ich hab da mal mit angepackt, die Hebamme war so schmal, da dachte ich, ich helfe mal), kamen noch 3 Wehen und unser Sohn war auf der Welt. Pünktlich um 6.05 Uhr. Wenn man sich die Zeiten so anschaut, dann wird einem bewußt, dass z.B. mein Handy nicht viel länger hätte klingeln, oder irgendwas anderes dazwischen kommen dürfen.

Den Sonntag verbrachte ich dann Vormittags im Halbschlaf, nachdem ich, während ich versuchte noch eine Stunde zu schlafen, 20 Minuten später erneut von meinem Handy aus dem Schlaf gerissen wurde. Nachmittags durfte Timo dann seinen kleinen Bruder in Augenschein nehmen. Da man bei Tini RS-Viren positiv getestet hatte, durfte sie das Zimmer nicht mehr verlassen und musste Mundschutz tragen. Ich rechnete also frühestens mit Mittwoch als Tag der Entlassung.

Als ich mit Timo dann allein zu Hause angekommen bin, bekam er einen Heulanfall, weil er seine Mama hier haben wollte, und zwar sofort, bitte-danke. Zu diesem Zeitpunkt war ich so übermüdet, dass sich meine Emotionen mal schön ungefiltert in Form von Wassertröpfchen aus’m Kopf ihren Weg bahnten. Dass irritierte Timo irgendwie völlig. Plötzlich hörte er auf zu weinen und fragte, warum ich denn so traurig sei. Ich sagte, dass ich müde bin und traurig, weil er so traurig ist. Daraufhin sagte er, ich brauch nicht traurig sein, es wird alles gut <3
Ich erwiderte, dass Papa ja auch mal weinen dürfte, was von ihm kategorisch abgelehnt wurde. Naja im Normalfall ist das ja auch so 🙂

Am Montag habe ich Timo dann geweckt und direkt mal Fieber gemessen, weil mir seine schniefende Nase und die Tatsache, dass er so lange geschlafen hat irgendwie „spanisch“ vorkamen. Das die Temperatur dann innerhalb von 2 Stunden von 36,9 auf 37,2 stieg, lies mich nichts gutes ahnen. Aber da es sich ja bei den Temperaturen erwiesenermaßen um „kein Fieber“ handelt, hab ich Timo in den Kindergarten gebracht und bin selbst ins Büro gefahren.

Keine 1 1/2 Stunden später rief seine Betreuerin an, er hat jetzt 38,5 und müsste abgeholt werden. Gleichzeitig erfuhr ich auf Arbeit, dass ein System, für das ich die Verantwortung trage, komplett ausgefallen war. Dazu kam noch die Nachricht, dass Tini schon am Dienstag entlassen wurde. Das war der absolute Overkill an Neuigkeiten.

Ich bin dann immer zwischen kuschelbedürftigem Kleinkind und Arbeitslaptop hin- und hergesprungen und habe dann am Ende des Tages eine Nachbarin gefragt, ob sie mal für eine halbe Stunde auf unser schlafendes „großes“ Kind aufpassen könnte, damit ich Tini schon mal die Sachen für Mika vorbeibringen kann. Das hat erstaunlich gut geklappt und ich bin dann recht pünktlich ins Bett, weil ich schon merkte, dass der Akku leer war.

Gestern dann konnten wir Mika und „Mama“ aus dem Krankenhaus abholen und Timo durfte das erste Mal sein Brüderchen fahren und dann halten:

 

2013-03-19 12.29.33

2013-03-19 12.34.57

Ich habe mir auf jeden Fall diese Woche spontan Urlaub genommen (im Nachhinein und in Anbetracht der letzten Nacht eine super Idee). So haben wir zumindest ein paar Tage um uns zu viert „zu finden“.

Es fühlt sich auf jeden Fall alles sehr vertraut an. Ich bin mal gespannt wie es weitergehen wird.

2 comments on “Geburtsbericht Mika”

  1. Dine Antworten

    hallo,
    einen herzlichen glückwunsch (nachträglich) von mir.
    mein jüngster sohn heißt auch mika 🙂
    so stolz, wie dein großer den kinderwagen schiebt werden die beiden bestimmt ein herz und eine seele!
    alles gute euch 4en und grüße
    dine

  2. Mattes Antworten

    Hallo Dine,

    vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Ja, Mika hat uns als Name ziemlich gut gefallen und mittlerweile ist er auch nicht mehr so selten 🙂

    Heute Abend startet meine 4 monatige Elternzeit, da hoffe ich, dass ich mehr zum Bloglesen komme, dann werde ich bei Dir auch mal vorbeischauen.

    LG,
    Mattes

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